Plingpolyplü Fantastiko beim Wissenschaftsfestival EFFEKTE

Musik und Maschinen faszinieren die Menschen seit jeher. Und erst recht Maschinen, die Musik machen. Zwei dieser analogen Apparate können Besucher der ersten Effekte-Veranstaltung im neuen Jahr kennen lernen. Am Dienstag, 10. Januar, werden im Substage von 19.30 bis 22 Uhr ein historischer Vorsetzer der Freiburger Firma Welte und das Plingpolyplü Fantastiko der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe vorgestellt.

Ein Vorsetzer ist ein Automat, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Reproduktion von Klaviermusik ermöglichte. Er wurde vor ein Tasteninstrument gestellt und drückte – gesteuert von einer Notenrolle, auf der Musikstücke gespeichert waren – anstelle eines Spielers die Tasten. Die Instrumente hatten 88 filz- oder lederbezogene Holzfinger, die genau über der Klaviatur positioniert wurden. Die im Schwarzwald gegründete Firma M. Welte & Söhne stellte seit 1832 mechanische Musikinstrumente her. Ein für den späteren Großherzog Friedrich von Baden angefertigtes Orchestrion, das die Stimmen eines ganzen Orchesters wiedergeben konnte, wurde 1862 auf der Weltausstellung in London gezeigt und Welte erhielt dafür eine Preismedaille.

Zum Experimentieren mit Klängen einladen will das Plingpolyplü Fantastiko, das Studierende der Fächer Musik und Kunst an der Pädagogischen Hochschule entwickelt haben. Das mobile Klanglabor, das seit vergangenem November durch baden-württembergische Grundschulen tourt, birgt eine Vielzahl von Klangerzeugern: Lotosflöten, eine Zither, jede Menge Schlaginstrumente und auch Theremine, jene elektronischen Musikinstrumente, die wie Bügelstationen aussehen und allein durch die Bewegung der Hände im Verhältnis zu zwei Antennen gespielt werden. Erfunden hat das Theremin der russische Physiker Lew Termen im Jahr 1920. Robert Moog beschäftigte sich in den Fünfziger Jahren intensiv mit dieser Technik und entwickelte schließlich den Moog-Synthesizer, der die elektronische Musik revolutionierte. Auch im Plingpolyplü Fantastiko kommen Synthesizer zum Einsatz. Bei der Erforschung des Klangobjekts helfen „Dr. Ursula Marimba Knaak und Klanghilf Klotz“. Sie erfinden zarte, wilde, poetische und schräge Stücke, die Lust auf Musik machen.

10. Januar 2017, 19:30 im Substage Karlsruhe