Musikphilologie im Gespräch: Musikeditorische Arbeitswirklichkeiten im Kontext des „digital turn“

Roundtable auf dem internationalen Kongress der Gesellschaft für Musikforschung in Mainz, 16.09.2016.

Musikphilologie und musikalisches Editionswesen bilden einen der Bereiche musikwissenschaftlicher Forschung, in dem die Auswirkungen des ›digital turn‹ besonders
deutlich und auf unterschiedlichsten Ebenen zu erkennen sind. Fragen nach Ähnlichkeiten, Unterschieden und Berührungsflächen innerhalb der sich immer weiter
ausdifferenzierenden musikphilologischen Arbeitswelten sind allerdings bisher noch
nicht ausreichend besprochen worden. Nicht nur etwaige Veränderungen, sondern
auch die Kontinuität gleicher Methoden sind Themen, die es ins Bewusstsein zu rücken gilt und die zur Basis eines Austausches bei diesem Round Table werden sollen.
Im Zentrum der Diskussion soll daher auch nicht eine Gegenüberstellung von
analogen und digitalen Editionsverfahren bzw. -möglichkeiten stehen. Stattdessen
soll gemeinsam darüber nachgedacht werden, inwieweit Veränderungen im musikphilologisch-editorischen Denken, in der methodischen Herangehensweise und den
sich daraus ergebenden Unterschieden tatsächlich allein auf einen Medienwandel
zurückzuführen sind und welche Relevanz einem gewandelten editorischen Selbstverständnis in diesem Kontext zukommt. Die durch den ›digital turn‹ entwickelten
Veränderungen – seien es Medienwechsel oder neue technisch-digitale Möglichkeiten – sind aufs Engste verbunden mit einem generellen editorischen Umdenken, das
sich vor allem auf den Ebenen der Ausrichtung von inhaltlichen Editionsvorhaben,
des musikeditorischen Handelns und der Darstellung musikphilologisch-editorischer
Erkenntnisse manifestiert.

In einem Gespräch zwischen den TeilnehmerInnen des Round Tables auf dem
Podium, das auch zum Plenum hin zu öffnen sein wird, sollen die mit diesen Überlegungen verbundenen Fragen besprochen und diskutiert werden. Auf der Grundlage
dieser Gedanken hat der Round Table zum Ziel, den Dialog unter MusikphilologInnen
und EditorInnen vor dem Hintergrund, aber nicht in Abhängigkeit vom ›digital turn‹
zu befördern. Der Round Table wird in Kooperation mit der ›Fachgruppe Freie ForschungsInstitute in der Gesellschaft für Musikforschung‹ stattfinden.

Diskutierende auf dem Podium:
Kathrin Kirsch, Kiel
Andreas Münzmay, Frankfurt a. M.
Armin Raab, Köln
Dörte Schmidt, Berlin
Johannes Voit, Karlsruhe

Moderation:
Stefanie Acquavella-Rauch, Mainz
Nikolaos Beer, Karlsruhe/Detmold-Paderborn/Frankfurt a.M.